Wie gesagt, eigentlich ein "kälteres" Datum. Nicht so an diesem Novembertag. Morgens um 5.30 Uhr waren es
bereits 17° plus!!! Wie sollte das erst beim Lauf werden? Sie befürchteten bereits eine Hitzeschlacht.
Die Stimmung war trotzdem gut, soweit man dies am frühen Morgen schon beurteilen konnte.
Musste auch sein, denn sie warteten
erstmal mit ihren Tickets, die auch für die Rückfahrt einen reservierten Platz freihalten sollten, eine
gute Stunde auf die Abfahrt des Busses. Wenigstens fuhr er fahrplanmäßig ab und kam auch ohne Verspätung
in Florenz an. Das Hotel war von der Bushaltestelle, die direkt am Bahnhof lag, in 2-3 Minuten erreicht.
Die Zimmerverteilung ging reibungslos vonstatten. Die Zimmer nach hinten hatten eine
tolle Aussicht auf den Hinterhof, die Bewohner nach vorne durften dafür in der Nacht die Autos zählen. Naja,
das war jetzt wohl etwas übertrieben. Eigentlich fanden sie das Hotel ganz in Ordnung. Die Zimmer waren sauber
und haben ihren Zweck an diesem Wochenende voll erfüllt.
Nach allgemeiner Besichtigung der Schlafstätten und kurzer Erfrischungsphase, teilten sie sich auf. Das
Begleitpersonal ließ es locker in der Innenstadt an, die Marathonläufer wollten natürlich zur
Marathonmesse. In der Marathongruppe waren zum Glück auch "Italiener" vertreten,
die gleich den nächsten Tabakladen als potentiellen Busticketverkäufer ausmachten.
Mit Fahrschein bewaffnet
und sicherem Blick für die richtige Linie bestiegen sie also den ausgesuchten Bus und kamen, dank ihrer
"Italiener", unverletzt, "Umfallgefahr" war im Bus nicht gegeben, ohne Umwege auch tatsächlich bei der Messe an.
Ihre "Beutelchen" lagen auch schon bereit. Schnell war man deshalb bei der Essensausgabe,
sprich Pastaparty, und beköstigte sich mit wirklich hervorragender Pasta. Nur die Tischdecke hatte Übergröße,
die bestand nämlich aus Teppichboden. Aber das brachte die Gruppe natürlich nicht aus der Ruhe.
Ein Hoch dem Handy, denn damit konnten sie Kontakt mit ihrem Begleitpersonal, Dr. Kirstin
Wehner, Christiane Körbel, Therese Schmitz("die mit dem Ledermann handelt") und Christa Mayr,
die gerade das florentinische Flair der Innenstadt bei Kaffee und Kuchen aufnahmen, herstellen und einen
Treffpunkt ausmachen, den auch Nichtgroßstädter problemlos finden. Vorbei an tollen Bauten und Geschäften(die Unterhose grüßt
nochmals alle) trafen sie beim Dom ein Mitglied ihres bereits ortskundigen Begleitservices, Christiane Körbel, die den Weg
durch die italienischen Fans zum übrigen Betreuerstab bahnte.
Immerhin war noch Zeit für ein Erfrischungsgetränk und für die Organisation des Abendessens am Folgetag.
Auch die Götterspeise am Abend wurde ohne größere Probleme bewältigt. Nur mit der Bezahlung haperte es.
Italiener haben die Eigenschaft, die Rechnung immer als Gesamtrechnung zu präsentieren, so schien das jedenfalls
in Florenz zu sein. Das Auseinanderbröseln fiel ob der verwirrenden Zahlen etwas schwer. So kam eigentlich bei
keiner Zählung die richtige Summe zustande. In Italien ist es nun aber so, dass erstmal viel Dampf fabriziert
wird, danach aber alles wie am Schnürchen klappt. So auch diesmal. Zufrieden konnten sie also in die neue
Heimat "abdampfen" und die Nachtruhe endlich genießen.
Sonntag früh um 6.00 Uhr sandte man ihnen herzliche Grüße; vom Absender ist nur der Nachname bekannt: Wecker!
Raus aus den Federn, unter die Dusche (nacheinander), rein in die abends zuvor hergerichteten Klamotten und
ab zum Frühstück. Diese Stärkung ist immer ein absolutes Muß. Das Frühstückbuffet im Hotel ließ diesbezüglich auch keinen
Wunsch offen, d.h. die Vorbereitungsphase konnte planmäßig abgehakt werden. Ab jetzt begann die Rennphase.
Der Blick aufs Wetter zeigte: Himmel bedeckt, niederschlagsfrei, 13°. Keine schlechten Voraussetzungen.
Der Vereinsbus stand pünktlich vor dem Hotel. Im Innenraum des Busses wurde es von Station zu Station allerdings
wärmer. Etwaige Wölbungen des Bauchraumes, soweit überhaupt vorhanden, wurden glattgebügelt und waren während der
Fahrt nicht mehr erkennbar. Aber diese Situation ist ja schon vom Köln-Marathon bekannt, wenn man die Bahn für die
Fahrt dahin benutzt. Nein, das stimmt nicht ganz.
Die Situation kennen nur diejenigen, die ab Euskirchen die Bahn gen Köln benutzen, alle anderen sitzen ja.
Aber weiter im Thema: Das Wettkampffieberthermometer stieg sofort nach Verlassen des Busses. Zum Glück
hatten sie die Klamottenabgabe gespart und die Jacken dem Begleitpersonal übergeben. Also konnten sie
direkt zum Start auf die Piazza del Michelangelo wandern. Wer gedacht hatte, das Streckenprofil der ersten 5km mit einem sehr groß
eingezeichneten Gefälle, sei, typisch italienisch, stark übertrieben, sah sich, ob des Anstiegs zum schönsten
Aussichtspunkt in Florenz, getäuscht. Bestzeiten hatten spätestens hier alle vor Augen. Die vorher
angekündigten strengen Regeln beim Betreten des Startblocks
entpuppten sich allerdings als haltlos, bestanden die Startboxen doch tatsächlich nur aus Absperrgittern an der
Seite, während im Innenblock lediglich ein Band die Blöcke trennte. Dies hatte zur Folge, dass spätestens
5 Minuten vor Wettkampfbeginn die Läufer zwischen 3.30 und 6 Stunden hoffnungslos miteinander vermischt
waren. Reinrassigkeit mit entsprechendem Zertifikat konnte also nicht mehr garantiert werden. Der Lauf
entwickelte sich ob der "Vermischung" deshalb auch unterschiedlich. Während die Läufer vorne wohl
ungehindert das Gefälle genießen konnten, waren die hinteren Ränge leider gezwungen, langsamer als im Training
an einer Steigung zu laufen. Naja, wenigstens verliert man dabei keine Kraft und hat zudem ausreichend Gelegenheit, das
Panorama in vollen Zügen zu genießen. Allerdings traten die Stausituationen für die hinteren Läufer über die gesamte Streckenlänge immer wieder auf,
sodass nicht unbedingt mit einer Bestzeit, auf die natürlich viele hofften, zu rechnen war. Vorne sah das ganz anders aus.
Angestachelt von dem sich herrlich entwickelnden Wetter, es war mittlerweile wolkenlos und
gefühlte "mehr als" 20°, was einige so richtig genossen, gab es Läufer, die sprichwörtlich "richtig abgingen".
Gerd Waberzeck und Marco Hörnchen zum Beispiel.
Die schraubten ihre Bestzeiten nämlich um 9 (Gerd: 2:48:48) bzw. mehr als 10 Minuten (Marco: 3:17:18) im Ziel
auf der Piazza del Crocce nach unten. Auch Jörg Mayr, als Gastläufer, kam in 3:42:40 in Bestzeit an.
Alle anderen, Rüdiger Körbel, Peter Schweikert, Wolfgang Peeters, Marita und Hans Günter Zahalka, hatten eigentlich auch "nur" die
Zielankunft anvisiert, was selbstverständlich auch alle erreichten. Vielleicht hätten die letzgenannten aber auch nur mehr von den
selbstgebackenen Printen von Norbert Schneider essen müssen, die er den "Florentinern" als Stärkung mitgab.
Alles in allem ein gut organisierter und wirklich schöner Lauf ging an diesem Sonntag zu Ende.
Wolfgang, Marita und Hans Günter organisierten dann noch einen Lauf ins Hotel, zum Auslaufen sozusagen, denn
Busfahren war absolut tabu.
Zu dritt kamen sie als letzte, aber äußerst zufrieden und mit entspannten Muskeln im
Hotel an.
Nach der wohlverdienten Dusche und einem kurzen Cafe-Besuch trafen sich alle zum Abendessen. Beim anschließenden
Stadtbummel stellten sie fest, dass noch 15€ in der Kasse verfügbar waren. Da italienisches Eis im allgemeinen eine
Leckerei darstellt, beschlossen sie, das Geld darin zu investieren. Insgesamt 9 köstliche Portionen wurden von
der Verkäuferin serviert. Es sollte sich als Glücksfall erweisen, dass nicht alle Gruppenmitglieder Eis auf der
Wunschliste hatten. Abzusehen war, die 15€ würden zur Zahlung nicht ganz ausreichen. Doch bei der Rechnung
verging wohl allen die Lust auf Kühles: 55€. Das aber tat dem abschließenden Spaziergang durch die Stadt und über
die berühmte Brücke 'Ponte Vecchio', die heute nicht mehr Arbeitsbereich der Metzgermeister, sondern der Juweliere ist,
keinen Abbruch. Denn ob teuer oder nicht, lecker war das Eis in jedem Fall. So endete an
diesem Abend ein leider viel zu kurzer Ausflug in die Toskana.
Rüdiger wurdest Du beim Fußball schon mal des Feldes verwiesen? Falls nein, dann kannst Du Dir das so ähnlich
vorstellen wie bei Deinem Erlebnis mit den Schaffner. Rüdiger wurde also des Busses verwiesen, was allgemein
schlecht ankam.
Das Zittern begann. Reicht der Platz oder reicht er nicht? Alternativen wurden bereits ausgelotet.
Den Bus durften zuerst die Reservierungen betreten, dann die mit "normalen" Karten und dann die, die noch keine
Karten besaßen.
Kurz und gut, wie bereits erwähnt. Italiener machen erstmal viel Dampf und am Ende geht dann doch
alles gut. Letztendlich hätte der Bus auch die Familie Schweikert noch beherbergen können. Die aber zog es vor, weder
zu den Früh-Früh- noch zu den Frühaufstehern zu zählen und tat wohl das einzig richtige: Sie schlief länger
und nahm den Zug. Aber Glück hatte sie schon, denn in Novembertagen ist normalerweise nicht nur das Wetter
schlecht, da streikt auch gerne mal das Zugpersonal...
Sie beginnt so langsam ihre lange Phase der
Vorbereitung auf den Honolulu-Marathon im Dezember 2008 und entwickelt dabei ihre Kämpfernatur.
Sie hat nicht nur ihren ersten Halbmarathon seit über einem Jahr bestritten, sie war ab Mitte der Strecke, als es fast
nur noch aufwärts ging, sogar in der Lage ihr Tempo zu erhöhen. Das muss sie so sehr motiviert haben, dass sie ihr
persönliches "Runners High" erlebte: Alle überholten Läufer wurden heimlich angezählt und beim achten Läufer hatte
sie fast die "Acht" auf der Zunge, konnte sich aber gerade noch zurückhalten. Was der Überholte dazu wohl gesagt hätte...
Liebe Marie Therese: In Zukunft schauen "wir" mal wieder weniger Boxkämpfe...
"Kann man in einem Land mit einer Länge von max. 24,6 km, einer Breite von max. 12,4 km, einer Gesamtfläche
von 160 qkm und einer Landesgrenze von 76 km einen Marathon laufen?
Laufstrecke des Eifelcuplaufs in Kreuzweingarten
dann auch schon wieder in den Startlöchern am Nürburgring und absolvierte seinen ruhigen,
langen Lauf über die Distanz von 24,4 km. Seine Fitness hätte aber ausgereicht, einen Platz in den vorderen Rängen zu erreichen.
Vorrangiges Ziel war aber, die Rennstrecke auf dem Nürburgring mal etwas näher kennen zu lernen. Auch Marita und Hans Günter Zahalka
standen am Start neben den Formel 1 - Boxengassen. Die Zielflagge fiel bei allen Dreien nach einer Zeit von 2:31 Stunden.
Der Sonnenbrand bei Hans Günter dürfte ihn wohl noch einige Zeit an den Sommer 2007 auf dem Nürburgring erinnern.
Voll motiviert, kam er exakt mit dem geplanten Rückstand zu Gerd beim ersten Staffelübergabepunkt an. Rüdiger Körbel übernahm und
sollte den Abstand zu Gerd halten bzw. etwas verkürzen, unter der Annahme, unser Einzelläufer würde auf dem schwierigsten Streckenteil zwischen
Kilometer 10 und 21 etwas vom Gaspedal gehen müssen. Doch weit gefehlt. Gerd machte nochmals Zeit gegenüber der Staffel gut. Bei
der 2. Staffelübergabe an Hans Günter Zahalka war die Hoffnung, Gerd einzuholen, trotzdem noch nicht geschwunden.
"Gerd muss doch irgendwann mal nachlassen", dachten sich die Staffelmitglieder insgeheim. Doch auch unser 3. Staffelläufer
musste viele Federn lassen.
So blieb es Marco Hörnchen als Schlussläufer überlassen, die Ehre der Staffel zu retten und Gerd wenigstens am Ende noch etwas
abzunehmen. "Herr Waberzeck" kannte aber auch diesesmal kein Pardon und war auch auf dem letzten Streckenabschnitt schneller
als die Staffel.
Wolfgang Peeters und Manfred Mösch nutzten an diesem Sonntag ebenfalls die Gelegenheit, den "Heimatmarathon von Monschau"
unter die Füße zu nehmen. Nach monatelangem Training in den Höhen um Bad Münstereifel erreichte Wolfgang Peeters das Ziel in
Monschau-Konzen um 12:16 Uhr mit einer Zeit von 4 Stunden 16 Minuten und 18 Sekunden, was in etwa vergleichbar ist
mit seiner Bestzeit, die er in diesem Jahr in Düsseldorf gelaufen ist. Seine Zufriedenheit war ihm denn auch anzusehen.